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Sikhismus

Sikh kann mit Disziplin übersetzt werden.

Diese religiöse Gruppe lebt in Nordindien im Punjab, hier werden 75 % des Getreides ,das Indien verbraucht, produziert. Dieser Erfolg wird auch dem Können und dem Fleiß der Sikhs zugeschrieben.
Gegründet wurde die Religion 1462 von Guru Nanak. Er wollte Hindus und Moslems auf der Grundlage eines bilderfreien Deismuses vereinigen. Dieser pazifistische Ansatz wurde im Laufe der Zeit durch einen kriegerischen ersetzt. So bildeten die Sikhs eine Kampfeinheit gegen die mongolischen Truppen aus dem Norden. Auch heute noch zählen Mut und Opferbereitschaft zu den wichtigsten Tugenden eines Sikhs. 10 % der indischen Soldaten sind Sikhs. Auch in der britischen Armee haben viele Sikhs für die Kolonialherren ( unter anderen) gegen andere Inder gekämpft.
Die Bestrebungen, einen eigenen Staat zu gründen, führte immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die in den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts eskalierten. Am 5. und 6. Juni 1984 ließ die indische Zentralregierung, unter der Führung Indira Gandhis, den Goldenen Tempel der Sikhs in Amritsar stürmen. Dabei kam der Sikh-Führer Jarnail Singh Bhindranwale, zusammen mit etwa 600 seiner Anhänger und etwa 100 indischen Soldaten, ums Leben. Diese Zerstörung des Tempels ist den Sihks noch sehr lebhaft in Erinnerung (unabhängig davon ob sie dabei waren). Diese Konflikte führte auch dazu, dass in dieser Zeit eine Vermehrte Auswanderung u.a. nach Deutschland stattfand.

Lebensbestimmende Regeln:
Das Haar des Mannes muss ungeschnitten sein und unter einem Turban getragen werden, das nennt man Kes. Ein Mann darf die Haare nur 10 Stunden am Tag unbedeckt lassen. Daran halten sich die meisten Männer in Deutschland nicht.
Zudem müsste er korrekterweise bestimmte Gegenstände mit sich tragen:
Kirpan (ein Schwert, um sich und die seinen zu verteidigen), Kangha (Holzkamm), Karra (eiserner Armreif) und eine Kaschära (Boxershorts).
Alkohol und Tabak ist für die Männer offiziell verboten, für Frauen sowieso.
Sikh-Frauen, die von der Lehre her Gleichberechtigung genießen, tragen den Nachnamen Kaur (Prinzessin), die Männer heißen Singh (Löwe).

Teilweise leben Sikhs streng vegetarisch: kein Fleisch kein Fisch, keine Eier: die einzige tierische Eiweißquelle ist die Büffelmilch, die zu Käse Butter und ähnlichem verarbeitet wird. Geschächtetes Fleisch darf nicht gegessen werden (in Abgrenzung zu den Muslimen und Juden).

Vorgeschrieben ist eine Heirat innerhalb der Gemeinschaft. Einen Regel, die nicht immer eingehalten wird. Eine Scheidung ist prinzipiell ausgeschlossen.

Sexuelle Themen werden wenig thematisiert.
Kinder sind willkommen und gehören dazu. So feiert man jedes Jahr den Geburtstag des Kindes, Erwachsene feiern den ihren nicht.

Bei den Sikhs ist, wie im restlichen Indien auch, die Kinderarbeit eine weitverbreitete Praxis. Ein Kind kann aus Indien nach Deutschland zu Verwandten geschickt werden, um denen zu „helfen“. Woraufhin das Kind hier illegal lebt und für die Verwandten kostenlose Dienstleistungen erbringt. Die Verpflichtungen des Kindes der Familie gegenüber sind groß (Ehrfurcht, Visiten, Geld abgeben ..).

Askese, wie im Hinduismus verbreitet, ist nicht typisch für Sikhs. Wirtschaftlicher Erfolg und Wohlstand sind erstrebenswert und eine Zeichen von Fleiß und Tugendhaftigkeit.

Die obligatorischen 40 Tage Ruhe für die Mutter nach der Geburt sind auch hier bekannt.

Die Frauen stillen ihre Kinder.

Die vegetarische Ernährung der Kinder kann, wie immer, Probleme aufwerfen. Vorallem, wenn die traditionellen Lebensmittel (Büffelmilch und anderes ) nicht zur Verfügung stehen und damit Lücken in der Versorgung, z.B. mit Vitamin B oder Selen, entstehen kann. Hier ist eine individuelle Beratung notwendig.

Das Baden in einer Badewanne kann als ausgesprochen unhygienisch verstanden werden. Es wird die Dusche bevorzugt. Das gilt auch für Babys.

Weitere Informationen:

http://www.sikh-religion.de/html/sikh-patienten041.html