Stillen

Landauf und landab werden die Vorzüge des Stillens gepriesen.

Muttermilch enthält eine Vielzahl an Substanzen, die die Entwicklung des Kindes fördern und größtenteils nicht reproduzierbar sind. Sie passt sich dem Bedarf des Kindes an, dem Alter …. . Deshalb empfehle ich die ersten Monate zu stillen, wenn das für alle eine gute Erfahrung ist.

Nur die Betonung der Vorteile des Stillens ist so stark, das der Druck immens sein kann . Deshalb hier mal ein paar andere Fakten und Meinungen.

Ein Artikel aus der Zeit (leider darf ich in hier nicht veröffentlichen :

Der Bund veröffentlichte eine Broschüre mit dem Titel: „Über 300 Schadstoffe in der Muttermilch.
Zeit für eine neue Chemikalienpolitik.“ Wie diese Substanzen sich auswirken, ist unklar.

Eine Untersuchung vom Juni 2015 legt den Nachweis vor, das Glyphosat, ein Pflanzenschutzmittel, in Muttermilch gefunden wurde.

      Die Schadstoffbelastung bleibt Thema :

       Persistent Organic Pollutants in Austrian Human Breast Milk Collected between 2013 and 2016. pub med  2024                   Feb 7;14(1):247-266. doi:  10.3390/jox14010015.

       Aktuell 2022 Mikroplastik

https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/mikroplastik-erstmals-

in-muttermilch-     nachgewiesen/

         Dioxone 2021

https://www.srf.ch/news/panorama/schweizer-muttermilch-gestillte-babys-trinken-viele-dioxine

Die Hoffnung das Stillen vor Krankheiten schütz ist teilweise begründet, manche Hypothesen sind leider widerlegt.

Stillen als Allergieprävention:
Ein weiteres Beispiel ist die Debatte, ob das Stillen vor Allergien schützt. Neben den zahlreichen Studien, die einen Vorteil des Stillens belegen, gibt es auch Ergebnisse, die dies bezweifeln lassen.
Ein paar Funde:

Stillen erhöht Risiko für Nuss-Allergie:

Bei Kindern, die in den ersten sechs Monaten nur gestillt wurden, ist laut einer australischen Studie das Risiko für eine Nuss-Allergie eineinhalb Mal höher als bei Kindern, die schon früher andere Nahrung und Flüssigkeiten erhielten. Schon bisher hätten zahlreiche Studien auf diesen Zusammenhang hingewiesen, so Studienleiter Marjan Kljakovic.
APA/International Journal of Pediatrics, veröffentlicht ÖÄZ 15/16 – 15.08.2012 (Österreichische Ärztezeitung)
neu & aktuell: Medizinische Kurzmeldungen (15.08.2012)

Schützt Stillen doch nicht vor Allergien?
1. MONTREAL (ikr). Stillen schützt Kinder entgegen der bisherigen Annahme offenbar nicht vor Allergien und Asthma. Das hat eine kanadische Studie ergeben.
Eine Arbeitsgruppe um Dr. Michael S. Kramer aus Montreal hat die Kinder von mehr als 17 000 Müttern im Alter von im Mittel sechs Jahren untersucht (BMJ Online). Der Hälfte der Mütter wurde zu Studienbeginn dringend empfohlen, ihr Kind möglichst lange und ausschließlich zu stillen.
Die andere Hälfte erhielt als Kontrollgruppe die übliche Beratung. Das führte dazu, dass in der Gruppe mit intensiver Beratung wesentlich mehr Frauen stillten: 44 Prozent von ihnen stillten in den ersten drei Monaten voll, aber nur sechs Prozent aus der Kontrollgruppe. Allerdings hatten die gestillten Kinder nicht weniger allergische Symptome und nicht seltener positive Prick-Testergebnisse als die Kinder der Kontrollgruppe.

Ärzte Zeitung, 21.09.2007

Auch bei der Neurodermitis gibt die Studienlage keinen Beweis her, dass stillen schützt (ISSAC Studie).

Stilldauer

Neue Leitlinien betonen, das ausschliessliches Stillen von 6 Monaten und eine langsame Beikost Einführung das Beste sei. Dem wird von Seiten der Allergologen streng widersprochen. Es steht sogar in der Leitlinie, das aus Allergologischer Sicht eine Früherer Beikost Einführung besser ist. Die Idee, dass die Milch auch nach einem Jahr ncioh die Hauptnahrungsquelle sein sollte, ist nach meinem Wissen nicht Wissenschaftlich fundiert sondern Ausdruck eine Meinung. (Falls sie andere Daten habe, ich lerne gerne dazu)

Meiner Meinung nach ist das „wie“ des Stillens hier entscheidend: Wenn alles klappt, das Kind gedeiht, die Mutter hat keine Schmerzen, der zeitliche Aufwand ist mit dem Familienleben zu vereinbaren u.s.w. ist eine Stillzeit im ersten Lebensjahr oder so  eine feine Sache.
Ist das Stillen jedoch geprägt von Schmerzen, und Stress, eventuell sogar einhergehend mit einem mangelnden Sättigungsgefühl des Kindes, muss jede/jeder entscheiden, wie viel Leid sie sich und dem Kinde zumuten will.
Die Zuneigung und Fürsorge zu einem Kind drückt sich nicht darin aus, auf jeden Fall durchgehalten zu haben. Vielmehr ist der Respekt vor dem Befinden des Kindes Ausdruck der Annahme und Zuneigung zu dem Kind. Auch der Respekt vor den eigenen auch physischen Grenzen fördert einen sensiblen Umgang mit dem Kind.
Was mich bei der ganzen Debatte mehr als irritiert ist der Druck, der auf Familien ausgeübt wird. Der Stillerfolg als Gradmesser der mütterlichen Kompetenz.

Nuckelchen – Alles rund ums Flaschenkind

Das denke offensichtlich nicht nur ich.
Falls sie das Thema interessiert: hier ein Artikel zu diesem Blickwinkel.
http://www.zeit.de/2012/18/Mutter-Baby-Stillen/komplettansicht