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Afganisthan

Sehr kurze Landeskunde:

98% der Bevölkerung Afganisthans sind Muslime (80% Sunniten, 20% Schiiten).

Die Anzahl der einzelnen Völker und Stämme ist beträchtlich, ebenso die Vielfalt der Sprachen.

Migrationszusammenhänge:

Die ersten afghanischen Migranten, ab den 1950-er Jahren, waren vorrangig Geschäftsleute, insbesondere Teppichhändler, sowie Studierende. Seit Beginn des Krieges im Jahr 1979 und den darauf folgenden mehrfachen politischen Machtwechseln kamen Flüchtlinge nach Deutschland. Zunächst suchten vor allem Angehörige der westlich orientierten Bildungselite in Deutschland Asyl, und nach Machtübernahme der Mujaheddin kamen Anhänger der kommunistischen Partei.
Das Taliban-Regime löste eine weitere Fluchtwelle von vorwiegend Angehörigen der urbanen Mittelschicht sowie ethnischer und religiöser Minderheiten aus. (Ägyptische, afghanische und serbische Diasporagemeinden in Deutschland und ihre Beiträge zur Entwicklung ihrer Herkunftsländer, GTZ, 2006)

Medizinethnologisch wissenswertes: 

 

Die 40 Tage Regel.
Die Frau bleibt mit dem Säugling 40 Tage zu Hause. Genauso wie die türkischen, die griechichschen, die arabischen, die  sudanesischen, die Somalischen und viele andere Frauen. Das deutsche Wort Wochenbett weißt auch darauf hin, dass die Deutschen Frauen nach der Geburt für 6 Wochen zu Hause im Bett blieben.

In Afganisthan werden die Frauen in dieser Zeit von den weiblichen Verwandten sehr behütet und versorgt. Dieses kann hier in Deutschland schmerzlich vermisst werden.

Umgang mit Babys:

Die Kinder werden traditionell streng gewickelt, das soll auch dazu dienen, die Knochen gerade zu machen. Dieses Wickeln macht es sinnvoll, die Kinder zu massieren, eine Aufgabe, die auch die Hebamme übernimmt.

Die Methode wird auch in anderen Ländern angewandt (auch in Deutschland) bei einem zu engen Wickeln um Schulter und Hüfte kann es zu Schäden an den Gelenken kommen.
Die meisten Frauen stillen zumeist über das erste Lebensjahr hinaus. Traditionell wurde den Babys, wie in sehr vielen Ländern, schon früh andere Nahrung zur Muttermilch da zugegeben (zum Beispiel Butterghee).
Vereinzelt habe ich beobachtet bzw. gehört, dass die Kinder nicht nach Bedarf die Muttermilch bekamen, sondern immer ein bisschen kurz gehalten wurden. Die Begründung lag darin, dass insbesondere Mädchen früh lernen müssen zu verzichten.